Rating einfach verbessern durch Informieren und Kommunizieren

Um das Rating deines Unternehmens zu verbessern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In unserem heutigen Blogbeitrag zeigen wir dir, welche Informationen und Daten du von dem jeweiligen Rating ermittelnden Unternehmen benötigst, um spürbare Vorteile zur Verbesserung deines Ratings bzw. deiner Unternehmensbonität zu erzielen.

In unserem Blogartikel: „Welche Unternehmen nutzen ein Rating zur Beurteilung der Unternehmensbonität?“ haben wir ausführlich erläutert, was/ wer Ratingermittelnde Unternehmen sind.

 

 

Weißt du wer alles ein Rating über dein Unternehmen erstellt?

Zunächst empfehlen wir eine Übersicht über alle Unternehmen anzulegen, die ein Rating über dein Unternehmen ermittelnden. Denn nicht nur deine Hausbank erstellt ein Rating über dein Unternehmen, sondern viele andere Unternehmen auch. Wir teilen diese Unternehmen nachfolgend in 3 Kategorien auf, und sicher fallen dir dann doch noch einige andere Unternehmen ein, die Daten über dich sammeln und auswerten:

 

Kategorie 1
Geben ohne genaue Kenntnisse zu deinem Unternehmen Ratings und Bonitätsbeurteilungen für die eigene Risikobeurteilung ab.
Beispiele: Kreditversicherer/teilweise Zentralregulierer im Handel

Kategorie 2
Erstellen ein Rating für Dritte (gegen Gebühr/Beitrag), der Ratingprozesses und das Zusammenwirken verschiedener anderer Informationen zur Ratingermittlung und Bonitätsbeurteilung) wird von den bewerteten Unternehmen meist nicht wahrgenommen.
Beispiele: Auskunfteien/ Ratingagenturen

Kategorie 3
Der Ratingprozess wird vom bewerteten Unternehmen aktiv wahrgenommen bzw. wird das Rating aufgrund eines direkten Vertragsverhältnisses erstellt. Die die Bonitätsbeurteilungen hat direkten Einfluss auf das Vertragsverhältnis.

Beispiele:

  • Banken
  • Handelskooperationen
  • einzelne Lieferanten
  • Finetrader
  • Factoring-Gesellschaften
  • Mobilien-Finanzierer

 

 

Verschaffe dir einen Überblick und sammle Informationen zu deinem Rating

Wenn du herausgefunden hast, welche Unternehmen über dich Daten sammeln und ein Rating erstellen, dann fang auch an Informationen zu sammeln:

 

1. Recherche der Aktenzeichen und Bearbeiter der Marktteilnehmer zu 1a (im Idealfall Recherche der Grundlage des Ratingprozesses)
z.B.: Kreditversicherer, der eine Limitanfrage eines Lieferanten vorliegen hat

2. Ergänzung der Adressaten-Matrix (ein Beispiel dazu haten wir in unserem Blogbeitrag „Wer nutzt eigentlich alles Ratings zur Beurteilung der Unternehmensbonität? “ als Download beigefügt) um diese Ansprechpartner sowie um die Ansprechpartner aus den eigenen/ direkten Vertragsverhältnissen

3. Anfrage zu den vorliegenden Ratingnoten und Limiten, ggf. über die eigenen Geschäftspartner = Lieferanten, sofern keine direkte Auskunft gegeben wird (Kreditversicherer)

4. Recherche der Ratingskala der verschiedenen ratingrelevanten Marktteilnehmer, um die Einordnung des eigenen Ratings bewerten zu können – ergänzende Gespräche mit Ansprechpartnern bei diesen Marktteilnehmern und/ oder eigenen Geschäftspartnern, um eine Meinung zur Qualität der Bewertung zu erfahren

 

Nach Kenntnis der Ratings bzw. der ungefähren Ratings bei den verschiedenen relevanten Gesellschaften solltest du im nächsten Schritt die Potenziale zur Verbesserung deines Ratings und der Bonitätsbeurteilung festlegen.

 

 

Verschaffe dir Informationen über die Bewertungskriterien bei der Ratingermittlung

Es gibt zwar Fakten/Kennzahlen, die bei allen ratingrelevanten Marktteilnehmern ähnlich wichtig sind – wie u.a.

  • Eigenkapitalquote
  • EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, AfA, Steuern) oder auch
  • der Jahresüberschuss

Jedoch bereits bei der Bewertung dieser Zahlen und Kennziffern werden verschiedene Schlüsse gezogen.

Beispiel:

🠖 Dein Unternehmen erwirtschaftet ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, AfA von 300 TEUR Geschäftsjahr (EBITDA)

🠖 Der Kapitaldienst (Zinsen, Tilgung) und die Steuern betrugen im letzten Geschäftsjahr 250 TEUR

🠖 Die eingeräumten Kontokorrent-Linien von 500 TEUR mit 6% Zins p.a., ist mit durchschnittlich 250 TEUR in Anspruch genommen (die Zinsen aus den KK-Linien sind bei den 250 TEUR für Zins, Tilgung, Steuern) enthalten

🠖 Die AfA beträgt 100 TEUR

🠖 Du ermittelst für dich selbst, dass du eine Kapitaldienstüberdeckung von 20 % hast (50 TEUR Differenz von 300 TEUR EBITDA ggü. Kapitaldienst + Steuern) – für Rücklagen und Investitionen bleiben dir 50 TEUR

🠖 20% Kapitaldienstüberdeckung ist in vielen Ratingverfahren ein noch akzeptabler Wert

🠖 Wenn allerdings das Rating ermittelnde Unternehmen aus Vorsichtsgründen die Vollauslastung der Linien (also 500 TEUR anstatt 250 TEUR) sowie pauschal Ersatzinvestitionen annimmt, dann werden hier fiktive Zinsen von 15 TEUR (6% auf die freien Linien) und zwischen 15 bis 20 % der AfA als Ersatzinvestitionen (also zwischen 15 bis 20 TEUR der AfA) zusätzlich gerechnet

🠖 Damit ist die Kapitaldienstüberdeckung bei diesen Ratingermittelnden Unternehmen nahezu aufgebraucht und diese wichtige Kennziffer liefert im Ratingprozess einen unakzeptablen Wert

Um diese ungünstige Bewertung zu vermeiden, benötigst du Kenntnisse über die Bewertung wichtiger Kennziffern bei diesen Ratingermittelnden Unternehmen und kannst dich im Vorfeld (vor Ablauf des Geschäftsjahres) mit deinem Steuerberater über die Ergebnisgestaltung abstimmen.

 

 

Gute Kommunikation hilft dein Rating zu verbessern

Selbstverständlich kannst du durch ein Gespräch/Telefonat nicht dein Rating beeinflussen, aber du kannst ggf. Missverständnisse klären und die speziellen Sichtweisen der einzelnen Unternehmen erkennen.

Neben der unterschiedlichen Beurteilung kommen je nach Sichtweise/Gewichtungen noch andere Kennziffern hinzu, deren Wichtigkeit bei verschiedenen Gesellschaften auch jeweils anders bewertet wird – daher hilft hier vor allem eine offene Kommunikation.

Unseres Erachtens solltest du mit den Ansprechpartnern ganz gezielt ins Gespräch gehen, um Verbesserungspotenziale zu erfragen. Aus diesen Gesprächen (Telefonate, seltener Mails) können je Adressat die wichtigsten Potenziale in die o.a. Matrix übernommen werden.

In der Praxis ergeben sich erfahrungsgemäß einige wiederkehrende Positionen, deren Verbesserung bei allen Adressaten auch eine Verbesserung des Ratings und der Beurteilung ergibt. Einige Punkte lassen sich vielen Fällen ohne großen Aufwand verbessern.

 

Verbesserungen können zum Beispiel darin bestehen:

  • eine knappe Kapitaldienstüberdeckung (EBITDA im Verhältnis zu Zins/Tilgung/Steuern) zu beheben (z.B. durch Änderung der Finanzierungsstruktur )
  • das Verhältnis von kurzfristigen Verbindlichkeiten und kurzfristigen Vermögenswerten zu verbessern (z.B. durch mittelfristige Umschuldung von KK-Sockelbeträgen) oder
  • das Verhältnis der Limite bei einem Kreditversicherer zum Ergebnis zu verbessern (ggf. durch Reduzierung von Leer-Limiten über die eigenen Lieferanten) u.v.m.

 

Im nächsten Schritt gilt es, Strategien/ Maßnahmen zu entwickeln, wie sich unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten Verbesserungen erreichen lassen.

 

Wir empfehlen dir, dass du die Schritte zur Ratingverbesserung als langfristigen und wiederkehrenden Prozess ansiehst.

  • manche Maßnahmen können sofort umgesetzt werden
    (wie Umschuldungen eines Sockelbetrages vor einem Bilanzstichtag)
  • andere Schritte dauern länger als 1 Jahr
    (wie der Aufbau eines Finanzreportings und positive Reaktionen darauf, die zum Beispiel deswegen eine Limit-Verbesserung erlauben oder auch die komplette Veränderung der Finanzstruktur)

 


 

Wenn du Fragen zu deiner Unternehmenssituation hast, dann vereinbare mit uns eine 15- minütige kostenlose Situationsanalyse.

Wir klären im Telefonat

  • ob und in welchen Bereichen wir aufgrund deiner geschilderten Unternehmenssituation Problembereiche erkennen
  • wie wir dich bei der Verbesserung unterstützen können
  • ob du eine Beratungsförderung (Bund oder Länder) grundsätzlich nutzen kannst
  • welche Unterstützungsmöglichkeiten eine geförderte Unternehmensberatung bietet

Du kannst dann entscheiden, ob du mit uns zusammenarbeiten möchtest.

 

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